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In unserem letzten Beitrag zum Thema Autismus haben wir eine Zusammenfassung von Hüsna Korkmaz gepostet, die sie für ihre Vorwissenschaftliche Arbeit geschrieben hat.

Wir möchten nun die ganze Arbeit in monatlichen Beiträgen aufgeteilt mit euch teilen, damit so viele Lehrpersonen wie möglich davon profitieren. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Hüsna Korkmaz für die Erlaubnis ihre Arbeit auf unsrer Homepage zu posten.

Abstract
In letzter Zeit kommen immer mehr autistische Kinder zur Welt Viele von uns wissen nicht, was für Besonderheiten diese Kinder haben und stufen sie gleich als Kinder, die nicht lernfähig sind, ein.
Diese Arbeit hat sich das Ziel gesetzt, Menschen zu informieren, was Autismus eigentlich ist und wie man davon betroffenen Kindern und Jugendlichen in ihrer Schulkarriere behilflich sein kann.
Zunächst wird zum besseren Verständnis der Krankheit auf die Beeinträchtigungstriade und die verschiedenen Arten des Autismus eingegangen.
Der Fokus der Arbeit liegt auf d er Lebensweise und auf d en Schwierigkeiten, mit denen die Kinder mit Autismus Spektrum Störungen im Schulalltag zu kämpfen haben.
Zuletzt widmet sich die Arbeit der Frage, wie man diese Kinder unterstützten kann.

Einleitung
Das Thema Autismus hat in jüngster Zeit viel an Bedeutung in der Gesellschaft gewonnen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Wissenschaft in diesem Bereich in den letzten 20 Jahren zu vielen neuen Erkenntnissen gekommen ist In den 1980er Jahren war Autismus noch eine Störung die selten vorkam Doch heute ist es anders, das Krankheitsbild zeigt sich viel häufiger. Somit hat sich d er Begriff Autismus enorm entwickelt Von der Bezeichnung für eine Beeinträchtigung wurde er zum Begriff für ein Spektrum mehrerer verschiedener Störungen. Mittlerweile gibt es sehr viele autistisch diagnostizierte Kinder und Jugendliche, deren Eltern aber oft nicht wissen, wie sie mit der Krankheit umgehen sollen.

Deswegen habe ich mich mit diesen Fragen näher befasst, weil ich mir mehr Wissen aneignen wollte. Die Arbeit behandelt drei Hauptfragen: Was sind Autismus Spektrum Störungen und welche Stärken bzw. Schwächen haben Kinder, die unter solchen Störungen leiden? Welche Schwierigkeiten treten bei der Schulbildung von Autisten auf? Und was hilft Kindern mit Autismus?

Diese vorwissenschaftliche Arbeit beginnt damit zu erklären was Autismus ist und wie er definiert bzw. klassifiziert wird. Danach wird dargelegt, wie eine solche Beeinträchtigung diagnostiziert wird und wie wichtig die Rolle der Familie dabei ist. Anschließend geht die vorwissenschaftliche Arbeit darauf ein, wie Autismus entstehen kann und, dass Autisten sowohl negative als auch positive Besonderheiten in sich tragen. Als Nächstes werden die
wesentlichen Arten von Autismus erläutert, wobei der Fokus über die ganze Arbeit hinweg auf Autismus im Kontext der Bildung liegt. Es wird näher darauf eingegangen, welche Probleme entstehen und wie m an sie lösen könnte, um ein friedliches und faires Miteinander zu ermöglichen und niemand en zu benachteiligen.

Auch auf die Integration bzw. Inklusion in der Schule wird näher eingegangen. Zuletzt widmet sich die Arbeit dem Thema, wie man Kindern
mit Autismus am besten helfen kann und welche Therapien es gibt.
Da Autismus ein verbreitetes Thema ist, war es nicht schwierig, passende Literatur zu finden. Ich habe sowohl Bücher als auch Internetseiten verwendet, um mich mit diesem Thema zu befassen. Am Anfang war es eine Herausforderung, die unterschiedlichen Autismus
Spektrum Störungen zu verstehen, jedoch wurde alles mit der Zeit verständlicher.

Was ist Autismus
Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die durch Beeinträchtigungen von sozialer Interaktion und repetitive und stereotype Verhaltensmuster gekennzeichnet ist Einschränkungen in der Kommunikation sowie Interessen und Aktivitäten sind auch zu bemerken. 1943 schrieb Leo Kanner den ersten klinischen Aufsatz über die Kinder, welche er als autistisch bezeichnete. Autismus wird aus dem griechischen Wort “autos” und der lateinischen Endung “ismus“ gebildet und bedeutet, dass die betroffenen Kind er in sich selbst zurückgezogen sind (vgl. Dodd, Susan: Autismus. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2007. S. 1.).

Kanner meint, dass Autismus eine biologische Störung affektiver Funktionen ist deren Merkmale die Unfähigkeit ist soziale Beziehung herzustellen Weiteres zeigt sich, dass Autisten Schwierigkeiten bei der Kommunikation haben. Autistinnen und Autisten haben ein
gutes lernfähiges Gedächtnis (vgl. Dodd, Susan: Autismus. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2007. S. 1.).

Nach Leo Kanners ersten Dokumentationen haben viele andere Forscher diverse Theorien und alternative Ansichten zu diesem Themenfeld veröffentlicht. Die pädagogische Praxis folgt den wissenschaftlichen Theoriebildungen und den Forschungen, wodurch sich im Laufe der Zeit
durch die praktische Arbeit mit den Kindern auch die Ansichten über die Ursachen der Beeinträchtigung geändert haben (vgl. Dodd, Susan: Autismus. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2007. S. 1.).
In den 1950er und 1960er Jahren zog die Theorie auch emotionale Ursachen für Autismus in Erwägung 1956 meinte Bettelheim, dass Autisten Schwierigkeiten haben, sich der Welt zu äußern. Die Störung entstehe bei mangelnder elterlicher Zuneigung, weshalb er die Bezeichnung „Kühlschrank Eltern“ für Eltern autistischer Kinder entwickelte (vgl. Dodd, Susan: Autismus. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2007. S. 1.).
In den 1970er Jahren wurde eine neue Theorie aufgestellt, die Autismus zu einer kognitiven und sprachlichen Beeinträchtigung erklärte bei der es zu einer Wendung des verhaltensbezogenen Ansatzes kommt.(vgl. Dodd, Susan: Autismus. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2007. S. 2.)

Wing und Gould (1979) waren die ersten Forscher, die die Bezeichnung Autismus Spektrum geprägt haben, um Kinder mit Autismus Spektrum Störungen beschreiben zu können. Heutzutage wird Autismus als Spektrum einer Störung definiert, da die spezifischen Merkmale
in einer Menge von Kombinationen erscheinen. Die Bezeichnung Autismus Spektrum Störungen beinhaltet eine Vielfalt an Definitionen auf Substrat der Autismus Triade. Die Terminologie verwendet man auch bei Behandlungen und pädagogischen Methoden für Menschen, die mit dem ASS diagnostiziert werden. (vgl. Dodd, Susan: Autismus. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2007. S. 2.).

Die Klassifizierung von Autismus
Die diagnostischen Kriterien der Klassifikation von Autismus haben zu vielen Verwirrungen und Kontroversen geführt.
„Kinder mit Autismus werden heute in der Regel entweder nach der International Classification of Diseases (ICD-10, WHO 1992) der Weltgesundheitsorganisation oder dem Diagnostic and Statistical Manual (DSM-IV, APA 1994) der American
Psychiatrie Association klassifiziert“. (vgl. Dodd, Susan: Autismus. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2007. S.7.).

Diese Klassifikationen beziehen die Triade der Beschränkung, um Autisten zu beschreiben. Menschen mit Autismus fällt es schwer, sich sozial zu integrieren oder effektiv zu kommunizieren. Außerdem können sie nicht wie Menschen ohne eine Beeinträchtigung lernen und denken. (vgl. Dodd, Susan: Autismus. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2007. S. 6.).

Kleine Kinder, die unter der Beeinträchtigung leiden, können sehr schwer Augenkontakt aufnehmen, leiden unter eingeschränkter sozialer Wahrnehmung und können mit ihren Mitmenschen sehr schwer interagieren. Außerdem sind autistische Kinder sehr sensibel gegenüber bestimmten Geräuschen und haben Probleme, das soziale Verhalten ihrer Mitmenschen zu akzeptieren. Einige Kinder zeigen ein repetitives Verhalten, wie das ständige Bewegen des Oberkörpers, das Wedeln mit ihren Händen, eine Unfähigkeit Veränderungen in der normalen Alltagsroutine zu akzeptieren oder sie haben ein ungewöhnlich geringes Interesse an Spielzeugen und Spielmöglichkeiten. Ältere Kinder und Erwachsene weisen auch
Schwierigkeiten auf, doch sie zeigen es auf andere Weise. Zum Beispiel haben sie ein Sprachvermögen, welches jedoch aus Wiederholungen von zuvor Gehörtem oder auch dem ständigen Fragen besteht. Auch werden teilweise Formulierungen, die im übertragenen Sinne
oder mehrdeutig gemeint sind, wortwörtlich verstanden.(vgl. Dodd, Susan: Autismus. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2007. S. 6.-7).

Menschen mit Autismus fällt es äußerst schwer, soziale Kontakte herzustellen und auf Fragen anderer passend zu antworten. Autistische Erwachsene werden oft als „Einzelgänger“ bezeichnet, da sie gerne allein sind und Gefühle, sowie Gedanken anderer schlecht wahrnehmen können.(vgl. Dodd, Susan: Autismus. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2007. S7.).
Die Ärztinnen und Ärzte sind bei der Definition und Diagnose des Autismus noch spürbar abgeneigt, weil es bis heute noch keine medizinischen Testungen für die Diagnose gibt, die die Beeinträchtigung zu hundert Prozent nachweisen können. (vgl. Dodd, Susan: Autismus. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2007. S. 7.).

Die Definition von Autismus
Bei Autismus kommt es zu neurologischen Entwicklungsstörungen, die in jenen Teilen des Nervensystems vorkommen, in denen verbale und non-verbale Informationen verarbeitet werden. Sie gilt als eine unheilbare Krankheit, die bis zum Tod bleibt. Doch viele Erwachsene und Kinder zeigen im Laufe ihres Lebens Besserungen. (vgl. Dodd, Susan: Autismus. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2007. S. 7.).

Die Merkmale des Autismus können in mehreren Ausprägungen auftreten. Die kognitiven Fähigkeiten wie soziale Interaktion, Schwäche in der Kommunikation und der Sinneswahrnehmung, eingeschränkte Interessen und repetitives Verhalten, reichen von sehr funktionsfähigen Individuen bis zu einer schweren geistigen Beeinträchtigung.(vgl. Dodd, Susan: Autismus. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2007. S. 19.). Nicht alle Autisten sind also im selben Ausmaß betroffen und weisen denselben Schweregrad an Beeinträchtigung auf. Damit alle Kompetenz-bereiche sich im Laufe der Zeit verändern, machen Autisten einen Wachstums- und Entwicklungsprozess durch.(vgl. Dodd, Susan: Autismus. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2007. S.19.).
Autismus kann sich bei einer Person in verschiedenen Altersstufen unterschiedlich zeigen. In der Literatur wird Autismus entweder als tiefgreifende Entwicklungsstörung oder als Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) bezeichnet. Die Bezeichnung „tiefgreifende Entwicklungsstörung“ wurde für die Diagnose autistischer Menschen eingeführt, die nicht alle Kriterien des Autismus aufweisen.(vgl. Dodd, Susan: Autismus. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2007. S. 7-8.).

Allgemeine Fakten über Autismus
Autismus kann unabhängig von der Familienzugehörigkeit, sowie sozialem und ethnischem Hintergrund auftreten. Seit die diagnostischen Mittel für Autismus-Spektrum-Störungen breiter zur Anwendung kommen, wird erkennbar, dass Autismus in allen Schichten und Kulturen zu finden ist. Die Mehrheit der Autisten sind männlich und im Groben kommen etwa vier männliche Autisten auf eine weibliche Erkrankte. Durch die verbesserten diagnostischen Methoden nimmt die Zahl der Kinder, die mit Autismus diagnostiziert werden, zu. .(vgl. Dodd, Susan: Autismus. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2007. S. 17-18.).
In der Pubertät tritt bei manchen autistischen Kindern Epilepsie häufiger auf als bei anderen Menschen. Dies hat damit zu tun, dass Autisten in manchen Hirnregionen mehr oder weniger Aktivitäten aufweisen als gesunde Menschen. Es kommt vor, dass Autismus mit einer oder ohne eine Behinderung auftritt. Behinderungen wie Down-Syndrom, tuberöse Sklerose, Neurofibromatose, zerebrale Kinderlähmung, Tourettesyndrom, Rett-Syndrom, Frühgeburtsschäden und Epilepsie können mit Autismus auftreten. Einige Autisten können auch unter Hör- und Sehbehinderungen leiden. Autisten können zwar auch außergewöhnliche Begabungen in gewissen Bereichen haben, die Mehrheit – etwa 70 Prozent der Betroffenen –
leidet allerdings an einer schweren Behinderung..(vgl. Dodd, Susan: Autismus. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2007. S. 17-18.).

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