Die Diagnose von Autismus
Bei Autismus handelt es sich um eine neurologische Erkrankung. Die Diagnose kann daher von (Kinder-)Ärzten, Psychiatern, klinischen Psychologen oder Neurologen gestellt werden. Durch das Vorhandensein bestimmter Verhaltensmuster oder den Mangel spezifischer Fähigkeiten
in gewissen Funktionsbereichen erfolgt die Diagnose von Autismus. (vgl,Dodd, Susan:Autismus. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2007.s 17 ).
Ein Nicht-Vorhandensein oder Vorhandensein eines Verhaltensmerkmals zeigt nicht, ob es sich um Autismus handelt. Ein Beispiel wäre, dass man früher dachte, dass Kinder, die aufgeschlossen wirken und problemlos Blickkontakt halten, keine Autisten sein können. Heutzutage weiß man, dass die Verknüpfung mehrere Merkmale des Verhaltens, bei einer Erscheinung über das normale Alter hinaus, zu einer Autismus Diagnose führen kann(vgl,Dodd, Susan:Autismus. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2007.s 17 )..
Mit Autismus diagnostizierte Personen können weitere Lernbehinderungen aufweisen. Das führt zu Problemen bei der Diagnose von Autismus, weil die Unterscheidung zwischen Merkmalen des Autismus und den vielfältigen Behinderungen sehr schwierig ist(vgl,Dodd, Susan:Autismus. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2007.s 17 ). .

Die Rolle der Bezugspersonen bei der Diagnose
Laut Howlin ist die Einbeziehung der Familie bei einer Diagnose unverzichtbar, da die Familien eine positive Auswirkung auf die Kinder haben, wenn sie den Prozess unterstützend begleiten. Fachkräfte für Kleinkinder können bei der Diagnose attestieren, ob die Familien zu Hause
einen positiven Umgang leben. Da klinische Umgebungen anders als ein normales häusliches Umfeld sind, könnten sich die Kinder anders als normalerweise benehmen, wodurch die Werte auf den Skalen der diagnostischen Werkzeuge verfälscht werden können. Manche
Ärzte beobachten für eine aussagekräftige Diagnose ihre Patienten deshalb in ihrem normalen häuslichen Umfeld, was jedoch wegen der zeitlichen Begrenzung ihrer Arbeitszeiten selten möglich ist (vgl. Perepa, Prithvi: Autismus im Kleinkindalter. Grundlagenwissen für Eltern und professionelle Helfer. Paderborn: Junfermann Verlag, 2016. S. 25.).


Es ist wichtig, dass sich das Kind und die Familie gut auf die Veränderung vorbereiten. Viele Kinder mit Autismus passen sich schwer an neue Situationen an und kommen mit unvertrauten Menschen nicht zurecht, besonders wenn sie wissen, dass es zu einer Veränderung kommen wird. Um das Kind auf Veränderungen vorzubereiten, könnte man visuelle Hilfsmittel wie Bilder, Skizzen etc. benutzen, womit sich die Wahrscheinlichkeit
reduziert, dass das Kind die Untersuchungssituation als belastend empfindet (vgl. Perepa, Prithvi: Autismus im Kleinkindalter. Grundlagenwissen für Eltern und professionelle Helfer. Paderborn: Junfermann Verlag, 2016. S. 25.).

Beim Sammeln von Informationen zwecks Diagnosestellung, spielt die Familie eine sehr wichtige Rolle, da sie das Kind am besten kennt. Man sollte der Familie eine ungefähre Vorstellung davon geben, welche Informationen für die Diagnose wichtig sind, damit die Eltern relevante Informationen beobachten, sammeln und notieren können. Außerdem wird seitens des Fachpersonals geraten, dass man eine Begleitperson mitbringt, damit diese Person sich während des Untersuchungstermins auf die vermittelten Informationen aufmerksam macht und somit später besser an die Fragen herangegangen werden kann (vgl. Perepa, Prithvi: Autismus im Kleinkindalter. Grundlagenwissen für Eltern und professionelle Helfer.Paderborn: Junfermann Verlag, 2016. S. 25.-26).

Lässt sich Autismus im frühen Alter erkennen?
Nach den Leitlinien von ICD-10 und DSM-IV-TR erkennt man Autismus im Kindergartenalter am deutlichsten. Viele Kinder entwickeln in dieser Lebensphase Wutausbrüche sowie Aggressionen gegen andere oder gegen die eigene Person. Kinder mit Autismus-SpektrumStörungen beginnen mit einer Kommunikationsstörung, doch diese Störung verringert sich in der späteren Kindheit bis in die Pubertät, so dass die Betreuung einfacher wird. Durch die mit der Zeit oft verbesserte Kommunikationsfähigkeit kann die soziale Isolation bis zu einem gewissen Grad nachlassen. So können viele autistische Kinder auch Kontakte zu Gleichgesinnten und Gleichaltrigen aufbauen (vgl. Bölte, Sven: Autismus. Spektrum, Ursache, Diagnostik, Intervention, Perspektiven. Bern: Hans Huber Verlag, 2009. S. 78.)

Kinder mit Autismus haben am Beginn ihres Kindergarten- und Schullebens mit vielen neuen Herausforderungen zu kämpfen. Sie kommen in ein neues Umfeld, in dem sie sich mit einer expliziten Lehr- und Lernumgebung konfrontiert sehen. Außerdem müssen sie Kontakte zu anderen Gleichaltrigen haben. Kinder brauchen soziale und kommunikative Fertigkeiten. Es entstehen auch viele neuartige Situationen und die Schüler müssen viele neue Informationen verarbeiten. Durch die ihnen aufgetragenen Aufgaben lernen sie zurechtzukommen und fügen ihrem Repertoire neue Fertigkeiten hinzu, die ihnen die Alltagsadaptation erleichtert. Personen, die unter Asperger-Syndrom leiden, fällt dies leichter als Personen mit klassischemAutismus (vgl. Bölte, Sven: Autismus. Spektrum, Ursache, Diagnostik, Intervention, Perspektiven. Bern: Hans Huber
Verlag, 2009. S. 78).


Die Erwartungen von Kindern im Autismus-Spektrum, neue Menschen kennen zu lernen und Freundschaften zu entwickeln, steigt ab der Einschulung enorm an. Kinder, die keine Probleme bei den verbalen und kognitiven Fähigkeiten haben, besuchen normale Schulen.
Menschen mit ASS können aus diesem Grund den Schulalltag sehr bedrängend und stressig empfinden. Zum Beispielsind Gruppensituationen wie Sportunterricht oder auch Drängeln im Klassenzimmer häufig überfordernd. Bei solchen Situationen kann es zu regressivem
Verhalten kommen, welches von den Schulkameraden als anormal wahrgenommen wird. Kinder mit ASS sind in der Schule öfter Mobbingopfer als Kinder ohne eine solche Störung vgl. Bölte, Sven: Autismus. Spektrum, Ursache, Diagnostik, Intervention, Perspektiven. Bern: Hans Huber
Verlag, 2009. S. 78.)


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